Napoleon

Beschreibung:

Ich werde Napoleon gerufen und bin ca. 6 Jahre alt. Seit Dezember 2019 halte ich mich auf einem Grundstück, im Umfeld der Klöckner-Mannstaedt-Straße, in Sankt Augustin Menden auf. Leider weiß niemand in der dortigen Nachbarschaft, wo ich herkomme. Alle Versuche, mein altes Zuhause ausfindig zu machen, sind gescheitert. Niemand hat sich bisher auf meine Vermissten-Meldung bei Facebook und meine diversen Plakat-Aktionen in der Nachbarschaft gemeldet. Ich werde vorzüglich von der Nachbarschaft mit Futter versorgt. Stehe besonders auf das abgekochte Hühnchen, welches ich regelmäßig serviert bekomme. Lecker! An anderes Futter kann ich mich natürlich auch gewöhnen. Regelmäßig bekomme ich auch meine Schmuse-Einheiten von meinem „Lieblings-Nachbarn“. Soweit ist eigentlich für fast alles gesorgt. Doch leider kann mich am Abend keiner mit in die Wohnung nehmen. Ich übernachte deshalb in einem Tannenbaum. Auf Dauer ist dies dann doch nichts für mich. Deshalb suche ich nun auf diesem Wege ein warmes und gemütliches Zuhause. Damit dem wirklich nichts im Wege steht, hat die nette Nachbarschaft mich zum Tierarzt geschickt. Blut wurde mir entnommen, ich wurde auf Würmer und Flöhe untersucht. Alles in Ordnung. Kastriert werden musste ich übrigens nicht mehr, war ich bereits. Zeitnah bekomme ich nun noch meinen Chip und alle notwendigen Impfungen. Damit bin ich doch nun wirklich vermittelbar. Bitte meldet Euch …

Ich bin umgezogen!

Wir wünschen Dir alles Gute und ein tolles Leben im neuen Zuhause!

Steckbrief:

Name:Napoleon
Geschlecht:Kater, kastriert
Geboren:2014
Haltung:Einzelkatze
Wunschzuhause:Wohnungshaltung mit Freigang in verkehrsarmer Umgebung
Artgenossen:nein
Hunde:unbekannt
Kinder:unbekannt
Besonderheiten:

Grüße aus dem neuen Zuhause:

Leute, Leute, hallo, ich bin’s, Euer Napoleon!
Heute gebe ich Euch mal ein Lebenszeichen, damit alle beruhigt sein können, dass es mir gut geht, katzenmäßig saugut, sozusagen… Wie Ihr wisst hatte ich eine schlimme Zeit hinter mir, fragt mich, wie lange ich schon in meinem neuen Zuhause bin, ich habe gar kein Zeitgefühl mehr, – so um Anfang Juni herum wurde ich dahin gebracht, oder? Zack, Zack, ging das, erst Tierarzt, dann Autofahrt und dann hinein in das völlig unbekannte Haus, darin völlig unbekannte Menschen, unbekannte Gerüche und Geräusche! Huch, was für eine Panik ich hatte…., ich habe mich natürlich sofort versteckt, das war Zuviel für mich……!
Dann hatte ich plötzlich mein eigenes Zimmer mit Fressen, Bett und Toilette und da, Leute, hatte ich alles im Blick und dann: endlich Ruhe! Manno, was habe ich die gebraucht! Da lag ich dann, Tag und Nacht auf dem Bett mit ner Decke in meiner Fellfarbe, echt Mimikry, oder wenn’s gefährlich war, unter dem Bett, gut, gut, um nicht gesehen zu werden, ansonsten habe ich kaum geschlafen, das sah nur so aus. Ich war völlig erledigt, da habe ich das erst gemerkt, ich konnte vor Erschöpfung gar nicht schlafen, mein Kopf war voll von all dem Zeugs, was ich er- und überlebt hatte. Das kam alles wieder hoch, mit einem Mal war es wieder da, echt anstrengend und überall sah ich was furchtbar Gefährliches. Hilfe! So ist das, wenn man Schlimmes und wirklich Bedrohliches erlebt hat mit starkem Angstgefühl und Hilflosigkeit. Dann sind lauter Angstbilder in Kopf und Körper, die danach dein Leben bestimmen können. Auch wenn Gutes passiert, kannst du dich daran nicht wirklich erfreuen. Die Menschen nennen das Trauma, ein Begriff von den alten Griechen für „Wunde“. Wenn man da
nicht raus kommt, wird man total traurig, also depressiv und fühlt sich mauseelendig…… Da unterscheiden sich Mensch und Tier kaum. Aber der Mensch kann wenigstens drüber sprechen und wir Tiere? Wer hilft den Tieren? Tatsächlich können das die Menschen, wenn sie viel Geduld haben und einen gut beobachten, dann passen sie auf, wann du bereit bist, dich für was anderes zu interessieren, so können sie dich ablenken und Schritt für Schritt für das „hier und jetzt“ begeistern….
Also ich hatte Glück, die Menschen, bei denen ich wohne, die sind lieb zu mir und haben geholfen, dass ich mich ungestört an alles herantaste, nach zwei Monaten bin ich aus meinem Zimmer raus und habe vorsichtig das Haus erkundet, am besten spät Abends. Heute, nach ungefähr noch mal so langer Zeit ist auch der Garten draußen mein Zuhause. Ich habe meine eigene Tür dorthin und schlafe bei meinen Menschen mit im Bett. Schnurr!
Jeden Morgen begrüße ich sie freundlich, wie gut, dass sie mich gefunden haben, das weiß ich jetzt zu schätzen; und ich glaube, sie mögen mich auch sehr….., – jedenfalls lacht die Menschin immer, wenn ich ihr morgens in den Arm beiße, damit sie sich mit dem Frühstück beeilt, so geht das doch, Mau! Was sich neckt, das beißt sich, oder?
Und Ihr, liebe Leute, die Ihr mir geholfen hattet, die schwere Zeit draußen zu überstehen, Euch danke ich ganz stark und haltet bitte weiterhin Eure Augen auf für meine Geschwister und Kollegen, die in Not geraten sind, auch wenn sie Krallen und Zähne zeigen, Ihr wisst ja, das tun sie alles nur aus großer Angst, in Wirklichkeit wollen sie nur Eure ganze Liebe! Und darin, seid Ihr doch großartig!

Bis bald mal wieder, bleibt freundlich und lieb, Pfote aufs Herz,
Euer Napoleon

 

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