Grundausstattung für Katzen – Was brauchen unsere Samtpfoten?

Der Fachhandel hat eine Menge an Katzenzubehör zu bieten und lässt uns glauben, dass wir alles benötigen. Man möchte es den neuen Familienmitgliedern doch so gut wie möglich zu Hause Heim einrichten. Doch was brauchen die Katzen wirklich? Was ist empfehlenswert, wovon lässt man lieber die Finger?

Das stilles Örtchen

Als Grundregel, damit es mit dem Katzenklo funktioniert, gilt “die Anzahl der Klos entspricht der Anzahl der Katzen plus eins”. Also für ein Katzenpärchen sollten im Idealfall drei Katzentoiletten angeboten werden. Aufgestellt werden Sie an einem ruhigen Ort ohne Durchgangsverkehr. Die Toiletten sollten nicht zu klein bemessen sein, damit sich die Tiere beim Scharren gut umdrehen können. Bei Katzenwelpen kann es sinnvoll sein, anfangs mehrere Toiletten in der Wohnung zu verteilen. Wie bei kleinen Kindern merken sie im Spiel oft sehr spät, dass sie müssen, und dann sollte der Weg zum Klo kurz sein, damit kein Malheur passiert.

Empfehlenswert sind große Toiletten mit Rand oder mit Haube: Haubenklos mögen jedoch nicht alle Katzen, da sie gerne freie Sicht beim Verrichten ihres Geschäftchens haben. Auf jeden Fall sollte man ein evtl. vorhandenes Eingangskläppchen abmontieren. Der Rand oder die Haube werden möglichst nur aufgesteckt und sind auslaufsicher. Für besonders stattliche Tiere gibt es sehr groß XL Klos mit Rand oder Haube. Auch Mörtelwannen oder große Aufbewahrungskisten lassen sich als Katzenklos umfunktionieren.

An guter Katzenstreu sollte man nicht sparen. Wer Betonit bevorzugt, sollte zu den feinen kanadischen Klumpstreus wie Premiere, Golden Grey etc. greifen. Der etwas höhere Kaufpreis relativiert sich schnell, da diese Streus extrem saugfähig sind, besonders gut klumpen und bei sorgfältiger Entfernung der Klumpen nur nachgefüllt werden muss. Ein ergiebiges Holzklumpstreu ist umweltfreundlich und rückenschonend, da wesentich leichter. Auf manchen Streupackungen ist vermerkt, dass der Inhalt über die Biotonne entsorgbar ist, sofern die Kommune das erlaubt. Ein Anruf im Bonner Bürgeramt ergab positive Rückmeldung. Entsorgen Sie NIE Katzenstreu über die Toilette, auch wenn es auf der Packung vermerkt ist! Insbesondere bei älteren Rohren kann es zu bösen Verstopfungen führen.

Lizzy und CharlieKrallenpflege ist ein tägliches Muss – Der Kratzbaum

Zum Markieren und Krallenwetzen oder auch als Kuschel- und Aussichtsplatz benötigen die Miezen in der Wohnung Kratzbäume oder -bretter. Diese sollten strategisch günstig an den üblichen Wegen der Katze angebracht werden: Keine Katze möchte erst in die hinterste Zimmerecke laufen, um ihre Krallen zu wetzen. Direkt neben der lauten Box der Stereoanlage möchte sie aber auch nicht dösen.Wichtig ist auch, dass die Bäume für normal gesunde Katzen im unteren Bereich sehr hohe Pfosten haben, damit die Katzen sich zum Kratzen ordentlich strecken können.

Generell sollten Kratzbäume standfest sein und ggf. mit Winkeln an der Wand befestigt werden, um sie zu stabilisieren. Eigenbauten mit Sisalseil aus der Seilerei und Pfosten aus dem Baumarkt sind für die kreativen Dosenöffner kein Problem. Es lohnt die Investition in hochwertige Modell mit dicken Säulen mit Vollholzkern und evtl. abnehmbaren, waschbaren Bezügen. Sie sind wesentlich langlebiger und lohnen die Investition.

Aber auch Katzen haben ihre Vorlieben! Kater Leo zum Beispiel wetzt seine Krallen am liebsten an einfachen Kratzgelegenheiten aus Wellpappe ;-)

Wie man sich bettet…

Katzen können eigentlich überall schlafen: auf dem Sofa, in der Liegemulde vom Kratzbaum, in einem schönen Karton, in einem Körbchen, einer Weidenhöhle oder auf einer weichen Decke – sogar ins geflochtene Brotkörbchen wird sich reingequetscht. Gemütlich ist es natürlich auch im Bett der Dosenöffner. Katzen kommen auf die kreativsten Ideen, und der Handel bietet die unterschiedlichsten Schlafstätten an. Achten Sie auf gute Waschbarkeit der Produkte.

Lupin und SiriusDie Naschkatze – Von diesem Teller ess ich gerne

Näpfe sollten nicht aus Plastik sein, da es schnell zerkratzt und sich Bakterien festsetzen können:

Edelstahlnäpfe sind robust, für vorsichtigere Essen sind auch sorgsam glasierte Keramik oder Porzellanschälchen oder Glasbehälnisse geeignet, die man in der Spülmaschine heiß säubern kann.

Alte oder nierenkranke Katzen mögen es, wenn man ihnen die Futternäpfe leicht erhöht stellt, so daß sie sich nicht mit dme Köpfchen nach unten neigen müssen. Bei Keramik im Hof gibt es diese Näpfe mit Fuß sogar als sogenannte Mariechennäpfe zukaufen.

Futternapf und Wasser sollten nie direkt beieinander stehen. Eine Katze in der Natur trinkt nicht dort, wo sie ihre Beute frisst. Da Katzen generell eher zu wenig trinken, sollte man ihnen an ihren üblichen Wegen mehrere Trinkgelegenheiten bieten und verteilen. Manche mögen Trinkbrunnen, manche trinken gerne aus dem tropfenden Wasserhahn, andere bevorzugen das abgestandene Gießwasser. Die Nieren Ihrer Katzen werden es danken.

Spielen mit KatzeFang mich doch! – Spielzeug

Katzen spielen gerne. Ob mit Mäuschen, dem Bleistift, kleinen Bällchen oder zerknülltem Zeitungspapier. Manche freuen sich über einen Pappkarton, manche lieben den Laserpointer, dessem Licht sie nachjagen können. Katzenangeln oder Federwedel sind auch beliebt. Die gelben Ü-Ei-Hülsen mit etwas Reis gefüllt oder auch ein Korken kann die Katze faszinieren.

Achten Sie darauf, daß die Spielmäuse nicht aus echtem Fell unbekannter Herkunft bestehen und keine Plastiknägel als Augen oder Nase haben, die gefährlich für Ihre Katze sein könnten. Tabu sollten auch Geschenkband und Haushaltsgummis sein, die verschluckt zu Darmverletzungen und -verschlüssen führen könnten.

Besonders beliebt ist Intelligenzspielzeug wie die Fummelbretter, die mit Leckerchen gefüllt werden, die es zu erfummeln gilt: http://www.katzenfummelbrett.ch/ Auch unsere Senioren legen erstaunliches Geschick an den Tag und beschäftigen sich gerne damit.

Safety first – Katzensicherheit

Fensterstürze oder der Fall von der Balkonbrüstung sind gefährlich und können mit schweren Verletzungen oder dem Tod der Katzen enden. Kippfenster sind böse Fallen, die die Katzen schwerst verletzen oder töten können, wenn sie in den Spalt rutschen.

Gekippte Fenster sollten daher mit einem Kippfensterschutz gesichert werden. Um ein Herausfallen bei geöffnetem Fenster zu vermeiden, kann man sich Rahmen bauen, die man entweder am Fenster oder der Wand verschraubt oder mit Winkeln (gibt es im Baumarkt) sicher einhängt. Bespannt werden die Rahmen mit Volierendraht, Katzennetz oder – bei ruhigen Miezen – mit Alu-Insektendraht. Einfaches mit Klett angebrachtes Fliegennetz reicht nicht! Ideen zur Absicherung von Fenster und Balkonen finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Sicher unterwegs – Transportboxen

Geizen Sie nicht mit der Größe der Boxen! Auch kleine Kätzchen werden erwachsen. Und nicht jede Katze geht gerne freiwillig in die Box. Katzen möchten in der Box noch gut stehen können, und die Türchen sollten nicht zu klein bemessen sein, so dass man auch eine Katze gut einsteigen lassen kann, die alle Viere von sich streckt. Feste Kunststoffboxen sind “auslaufsicher”, falls der Katze vor Aufregung ein kleines oder großes Malheur passiert. Weidenkorbhöhlen sind zwar dekorativ, aber alles andere als sicher. Die Katze verkrallt sich beim Herausnehmen beim Tierarzt gerne in den Ritzen, auslaufsicher sind die Körbe auch nicht, und die Gitterchen sind in der Regel auch nicht sonderlich ausbruchsicher. Lassen Sie die Höhlen dekorativ und hübsch sein und ihre Wohnung verschönern. Selbstverständlich sollte sein, dass nirgends irgendwelche Stellen scharfkantig sein sollten.

Wir benutzen gerne die weißen Impf-Drahtkäfige zum Transport der Tiere, die wirklich sehr ausbruchsicher und von oben zu öffnen sind. Leider sind sie nicht “auslaufsicher” und müssen entsprechend präpariert werden.

Eine Decke über der Box gelegt lässt die Katze im Dunkeln Ruhe bewahren. Natürlich sollte sie auch ein kuscheliges Handtuch IN die Box bekommen.

Und das Wichtigste zum Schluss… – Ein Katzenkumpel!

Entgegen der sich immer noch hartnäckig haltenden Meinung sind Katzen keine Einzelgänger. Daher vermitteln wir unsere Jung- und Babykatzen auch nur als Zweittiere oder als Pärchen. Katzen spielen miteinander, sie raufen miteinander, sie kuscheln und putzen sich. Das kann ihnen kein Mensch ersetzen.

Manchmal jedoch gibt es mangels ausreichender Sozialisierung im Prägealter auch handfeste Diven und Einzelprinzen. Diese Tiere vermitteln wir dann gerne in Einzelhaltung zu Menschen, die viel Zeit für sie haben.